Der
Weg in die Berge
Als Kind war meine Begeisterung für die Natur
schon groß.
Mit neun Jahren nahm mich mein Vater zu meiner allerersten Klettertour in
die Dolomiten mit. Diese Tour war der Startschuss für meine Leidenschaft,
und die Berge wurden ein fixer Bestandteil meines weitern Lebens. Nach dem
Schulabschluss begann ich die Lehre als Tischler.
Meine Freizeit bestand fast ausschließlich aus Bergsteigen, Klettern und
Skitouren mit immer längeren, steileren und schwierigeren Bergtouren. Das Wochenende war für mich immer zu kurz. Mein Wunsch war es, öfter als
nur zwei Tage in der Woche in meinen geliebten Bergen sein zu können.
Nur wie soll man das verwirklichen?
Als Bergführer wäre so etwas zu realisieren. Nach langem hin und her und
einigen schlaflosen Nächten stand mein Entschluss fest, ich will zukünftig
als Bergführer meinen Gästen die Schönheiten der Natur verpackt in ein
außergewöhnliches Bergerlebnis vermitteln.
Dies musste ich aber erst lernen.
1989 habe ich mit der Bergführerausbildung begonnen.
1991 begann die Umstellung vom Tischlerberuf zum Bergführer.
Von nun an galt es für mich den Lebensunterhalt meiner Familie als
Bergführer zu finanzieren.
Die Gründung der Bergschule war in den ersten Jahren nicht immer einfach.
Einige Jahre hat es gedauert, aber in der Zwischenzeit hat sich die Mühe
gelohnt.
Der Betrieb ist immer noch klein, fein und überschaubar geblieben.
Bei allem was zu groß ist geht viel an wichtigen Kleinigkeiten verloren,
die aber die wesentlichen Bestandteile für ein unvergessliches
Bergerlebnis sind. Ich versuche meinen Gästen auf freundschaftlicher Basis
stets etwas Besonderes zu bieten und gehe wann immer es möglich ist auf
ihre Bedürfnisse ein. Das ist auch der Grund weshalb mittlerweile schon
viele Gäste zu meinen Stammkunden zählen und es jedes Jahr mehr werden die
zufrieden und mit Glücksgefühlen gestärkt wieder nach Hause in den Alltag
fahren.
Meine Freizeit ist gegenüber früher nicht mehr geworden, jedoch kann ich
heute viel mehr Zeit in den Bergen verbringen.
Die Liebe zu den Bergen brennt nach wie vor und hat gegenüber der
Jugendzeit um nichts eingebüßt, eher das Gegenteil ist eingetreten sie hat
sich noch verstärkt und wird so auch auf meine Gäste übertragen.
Die schönste Bestätigung
als Bergführer ist, wenn ich mit meinen Gästen auf einem schönen Gipfel
stehe und wir uns in Dankbarkeit die Hände schütteln und ich in ihre
glücklichen vor Freude strahlende Gesichter blicken darf. Da bedarf es
keiner großen Worte und ich weiß, dass ich den schönsten Beruf auf dieser
Welt ausüben darf.
Ich wünsche allen
Bergfreunden ein schönes, unfallfreies Bergjahr und dass, ihre schon lang
ersehnten Traumtouren in Erfüllung gehen mögen.
Mit freundlichen
Bergsteigergrüßen Ihr
Hannes Grüner
Leiter der Bergschule
Alpin-Aktiv-Hochpustertal
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